Warum kosten Brillen so viel?

Wer eine neue Brille braucht, wird vielleicht zunächst bei Google schauen, was es so gibt. Und dabei feststellen, dass sich die Preise für eine Brille sehr stark unterscheiden. Warum ist das so? Im Prinzip setzt sich der Preis einer Brille aus drei Komponenten zusammen: dem Brillengestell, dem Brillenglas und dem Service (Beratung etc.). In jedem dieser Bereiche gibt es erhebliche Preisunterschiede.

Kostenfaktoren einer Brille
Kostenfaktoren einer Brille

Brillengestelle gibt es ab 0 Euro, z.B. sog. Nulltarifbrillen bei Fielmann, aber auch bei anderen Anbietern. Der Witz ist: dieses Standard-Brillen sind in der Massenherstellung sehr kostengünstig – und der Optiker hat bei den beiden anderen Posten so viel Gewinnspanne, dass er das Gestell für 0 Euro rausgeben kann. In aller Regel kostet ein gutes Brillengestell aus hochwertigem Material und mit guten Scharnieren etwa 30 – 50 Euro (für den Kunden). Markenhersteller schlagen dann natürlich noch ihrem Markenbonus oben drauf, daher liegen viele Markenbrillen-Gestelle in einem Preissegment 50 – 100 Euro.
Hinzu kommt dann das Brillenglas. Und hier gibt es die größten Preisunterschiede. Zunächst muss man bedenken, dass man zwei Gläser benötigt. Der Preis für ein Glas verdoppelt sich also bei einer normalen Brille. Weiterhin gibt es drei unterschiedliche Glasdicken: 1.5 (Standard), 1.6 (Komfort)  und 1.7 (Premium).  das Glas mit 1.5 optischer Brechstärke ist das einfachste – und daher relativ dick und schwer. 1.6 optische Brechkraft ist dünner, und das beste Glas ist das mit 1.7 optischer Brechkraft. Der Preis für die mittlere Qualität (1.6) ist meist doppelt so hoch wie für das einfache, und das beste Glas ist dann noch einmal doppelt so teuer. Wie hoch die Preise im Einzelnen sind, unterscheidet sich vom Hersteller. Über den Daumen kann man sagen: ein einfaches Brillenglas kostet ca. 10 – 15 Euro, das mit 1.6 Brechkraft etwa 20 – 30 Eur, und das Premium-Glas etwa 40 – 60 Euro. Sehr hochwertige Gläser, etwa von Zeiss oder Rodenstock, können auch noch mehr kosten.

Das Gesagte bezieht sich auf sog. Einstärkengläser, das für Fern- oder Nahbrillen (Lesebrille) geeignet ist. Gleitsichtgläser sind deutlich aufwendiger zu prodizieren, daher sind die Gläser auch 3-4 mal so teuer.

Un dann kommt noch der Posten „Service und Beratung“ durch den Optiker hinzu. Auch hier sind die Unterschiede recht erheblich, wenngleich das natürlich stets sehr intransparent gehalten wird. Kein Optiker stellt eine Rechnung aus, auf der die drei Punkte voneinander getrennt wären.

Kurzum: die Kosten für eine einigermaßen gute Einstärkenbrille beginnen ab etwa 70 Eur. Da das Gewicht einer Brille ein nicht zu unterschätzenden Konfort-Faktor ist, sind Brillengläser mittlerer Qualität zu empfehlen (1.6 Brechkraft). Wenn das Gestell nicht nur 0-8-15 sein soll, sondern von einem Markenhersteller wie RayBan, Oakley oder Adidas, dann ist man schnell bei ca. 130 – 200 Euro. Darüber sollte man sich aber nicht weiter ärgern – denn im Laufe des Prozesses sind viele Menschen beteiligt, die natürlich auch alle Leben wollen. Und man erhält dafür auch ein gutes Produkte, das man sicherlich einige Jahre ohne Probleme tragen kann. Wer bei der Brille zu sehr aufs Geld achtet, kauft ein Billigprodukt, dass auf Dauer nicht nur den Augen schaden kann, sondern auch die Nerven beansprucht und Grund für ständiges Ärgern ist.

Mehr zum Thema: Was kostet eine gute Brille?“ bei Brillen-Sehhilfen.de.

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